Der weltweite Tourismus trotzt den Krisen

Der weltweite Tourismus trotzt den Krisen
World Tourism Organization und Beratungsunternehmen IPK International prognostizieren vorsichtigen Optimismus für 2013 – Wachstum zwischen zwei und vier Prozent – Weltweite Spitzenposition für Reiseland Deutschland

Pisa/Berlin, 31. Oktober 2012 – Die aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrisen rund um den Globus können den Menschen die Lust am Reisen ganz offensichtlich nicht verleiden. Nach Einschätzung des Beratungsunternehmen IPK International und der World Tourism Organisation (UNWTO) wird die Zahl der internationalen Ankünfte von Reisenden im kommenden Jahr 2013 auch in wirtschaftlich angespannten Zeiten erneut in einer Größenordnung von zwei bis vier Prozent zunehmen.

Rolf Freitag, Präsident von IPK International, sagte am Mittwoch auf dem 20. World Travel Monitor Forum in Pisa: „Noch nie in der Geschichte werden so viele Menschen verreisen wie im laufenden Jahr 2012. Und noch nie haben die Menschen über so viel Geld verfügt wie in diesem Jahr“. Nach den Worten von Rolf Freitag ist die anhaltend positive Entwicklung in der weltweiten Reiseindustrie vor allem auf den wirtschaftlichen Boom in den BRIC-Staaten Brasilien, Russland, Indien und China und in weiteren Entwicklungsländern zurückzuführen. „Die deutlich gestiegenen Einkommen in Ländern wie Russland und Indien und der neue Mittelstand in fast ausnahmslos sämtlichen BRIC-Ländern versetzt die Menschen in die Lage, Reisen zu unternehmen. Diese neue Errungenschaft setzt sich auch in Krisenzeiten durch.“

Nach den Worten von Michel Julian, Repräsentant der World Tourism Organization (UNWTO), zeigt sich der Tourismus als weltweit bedeutende Industrie bis jetzt äußerst belastbar gegenüber den wirtschaftlichen Bedingungen. Für das laufende Jahr sei die UNWTO optimistisch, dass ein globales Wachstum zwischen drei und vier Prozent bei internationalen Ankünften erreicht werden kann. „Das ist vor dem Hintergrund insbesondere der wirtschaftlichen Herausforderungen in aller Welt äußerst erstaunlich“, fügte Michel Julian hinzu. Nach Einschätzung der UNWTO werden insbesondere die Schwellenländer in Asien und Amerika zu diesem Wachstum beitragen, während von Europa und Nordamerika nur ein weiteres moderates Wachstum zu erwarten sei.

Nach Untersuchungen von IPK International werden global im laufenden Jahr rund 170 Millionen Reisen mehr unternommen als in 2011. Insgesamt – so IPK – werden im laufenden Jahr weltweit rund 6,8 Milliarden Reisen registriert. Das sind 2,5 Prozent mehr als im Vorjahr 2011. Der Anteil von Inlandsreisen wird um zwei Prozent auf 5,77 Milliarden Reisen ansteigen, der Anteil von Reisen ins Ausland um vier Prozent auf 1,03 Milliarden Reisen.

Besonders auffällig ist die stärkere Reiseintensität von Menschen aus Südamerika mit einem Zuwachs von zwölf Prozent, aus Afrika von neun Prozent, aus Asien und Ozeanien um sieben Prozent und aus Japan von 13 Prozent. Für die USA wird ein Wachstum an Auslandsreisen in der Größenordnung von drei Prozent und aus Europa von zwei Prozent für das laufende Jahr 2012 prognostiziert.

Für das Reiseland Deutschland ziehen die internationalen Tourismusexperten von IPK erneut eine äußerst erfreuliche Bilanz: Nach den USA mit 56 Millionen Besuchern und Spanien mit 51 Millionen Gästen rangiert Deutschland auf der Top Ten Liste der beliebtesten Reiseziele mit 48 Millionen Besuchern vor Frankreich, Italien und China für das Jahr 2011 auf dem dritten Platz.

Das Jahr 2013 wird nach den Worten von Rolf Freitag viele unbekannte Risiken mit sich bringen. „Neben den bekannten Herausforderungen wie der Schuldenkrise in Europa werden sich erstmals auch die drastisch steigenden Energiekosten und die teilweise dramatisch erhöhten Kosten für Lebensmittel verstärkt auch in der Reiseindustrie bemerkbar machen.“ Allerdings begegneten die Menschen den Krisen gelassener als in den Vorjahren. Nur 31 Prozent der von IPK weltweit Befragten räumen ein, sich bei ihren Plänen für Auslandsreisen beeinflussen zu lassen. Im Vorjahr waren es noch 32 Prozent.

Auf dem vom Beratungsunternehmen IPK International initiierten und von der ITB Berlin geförderten World Travel Monitor Forum in Pisa präsentieren alljährlich über 50 Tourismus-Experten und Wissenschaftler aus aller Welt die aktuellen Statistiken und stellen die neuesten Trends im internationalen Tourismus vor.

Dr. Martin Buck, Direktor des KompetenzCenter Travel und Logistics der Messe Berlin: „Es ist ebenso erstaunlich wie auch ermutigend zu beobachten, dass die Menschen rund um den Globus das Reisen heute als Teil ihres Lebensstils begreifen, auf den sie auch in Krisenzeiten nicht verzichten möchten. Neben den Rekordzahlen aus den sogenannten BRIC-Staaten sind insbesondere auch die Zahlen für das Reiseland Deutschland erneut beeindruckend.“

Detaillierte Ergebnisse der Studien werden im ITB World Travel Trends Report vorgestellt, der Anfang Dezember unter http://www.itb-berlin.de veröffentlicht wird. Er basiert auf Einschätzungen von 50 Tourismusexperten aus 30 Ländern, einer speziell von IPK durchgeführten Trendanalyse in den wichtigsten Herkunftsmärkten sowie auf Kerndaten des World Travel Monitor®, der als größte kontinuierliche Studie zum globalen Reiseverhalten aus rund 60 Herkunftsländern gilt. Diese Trendergebnisse zeigen Tendenzen auf, die sich in den ersten acht Monaten des Jahres 2012 abzeichneten. Die Jahresendergebnisse inklusive aktueller Ausblicke für das Jahr 2013 werden auf dem ITB Berlin Kongress von Rolf Freitag, CEO IPK International, vorgestellt.

Über die ITB Berlin und den ITB Berlin Kongress
Die ITB Berlin 2013 findet von Mittwoch bis Sonntag, 6. bis 10. März, statt. Von Mittwoch bis Freitag ist die ITB Berlin für Fachbesucher geöffnet. Parallel zur Messe läuft der ITB Berlin Kongress von Mittwoch bis Freitag, 6. bis 8. März 2013. Er ist weltweit der größte Fachkongress der Branche. Mehr Informationen sind zu finden unter http://www.itb-kongress.de. Die ITB Berlin ist die führende Messe der weltweiten Reiseindustrie. 2012 stellten 10.644 Aussteller aus 187 Ländern ihre Produkte und Dienstleistungen rund 172.000 Besuchern, darunter 113.006 Fachbesuchern vor.

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